Andersrum, bitte!

Ich sitze in der Straßenbahn und starre auf meine Einkäufe. Ich bin eine bewusste Einkäuferin, alle Lebensmittel, die ich einkaufte, sind mit „Bio“ gekennzeichnet. Und plötzlich ist mir klar: Ich will das nicht mehr. Ich kann diesen ganzen Bio-Quatsch nicht mehr hören und sehen.

Ich will, dass endlich jene Produkte gekennzeichnet werden, die nicht „Bio“ sind. Denn: Bio ist das Normale, Natürliche. So, wie ein Lebensmittel sein soll. Warum um alles in der Welt muss das extra gekennzeichnet werden?

Andersrum wäre es richtig. Alles, was mit Pestiziden behandelt, mit Zusatzstoffen vollgepumpt oder gentechnisch verändert ist, müsste dementsprechend ausgewiesen sein.

Also statt der Kennzeichnung „Bio-Tomaten aus Österreich“ bitte die Kennzeichnung „chemisch behandelte Tomaten aus Spanien“. Statt der Kennzeichnung „Bio-Eier aus Freilandhaltung“ bitte die Kennzeichnung „Eier aus Käfighaltung“. Und statt der Kennzeichnung „Bio-Fleisch“ bitte die Kennzeichnung „Fleisch mit Antibiotika und Hormonen“. Das würde unser Einkaufsverhalten nachhaltig verändern. Von einer Sekunde auf die andere.

Netzfund

Artikel erschienen im IMPULS Magazin Nr. 13/19