Medizinische Studien in der „Reproduzierbarkeitskrise“

Alles Menschliche hat seine Grenzen. Alles wird sich irgendwann einmal „erledigen“. Das ist ein Naturgesetz, das selbst ein extremer Materialist anerkennen dürfte. Auch in der der Medizin wurden viele solcher Grenzen erreicht, Irrtümer wurden erkannt und korrigiert. Auch die heute gültigen „Wahrheiten“ und Ansichten innerhalb der Medizin werden eines Tages an ihre Grenzen stoßen. Einige davon werden derzeit besonders stark kritisiert, zum Beispiel die bislang nicht eindeutig belegte Auffassung, dass Impfungen Krankheiten verhindern können und so gut wie nie Schäden erzeugen.

Jede Studie, die wissenschaftliche Kriterien erfüllt, muss reproduzierbar sein, das heißt, sie muss sich exakt wiederholen lassen und es dürfen sich dabei keine anderen Ergebnisse zeigen. Dies ist aber immer öfter nicht der Fall.

Heute top – morgen ein Flop

Mit schöner Regelmäßigkeit vermelden die Mainstreammedien einen Durchbruch auf einem medizinischen Gebiet. Bald darauf wird es gewöhnlich sehr still, von dem angeblichen Durchbruch hört man nichts mehr. Rigor Mortis hat in seinem Buch „How Sloppy Science Creates Worthless Cures, Crushes Hope, and Wastes Billions“ (auf Deutsch: Wie eine schlampige Wissenschaft wertlose Therapien erschafft, Hoffnungen zerstört und dabei Milliarden [Dollar] verschwendet) einen wesentlichen Grund dafür genannt: Die Meldungen der Medien beruhten auf Studien, die nicht reproduzierbar waren. In den USA werden dafür pro Jahr rund 28 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt.

Als Beispiel bringt er die Brustkrebsforschung. Nach jahrelangen Studien stellte sich heraus, dass man jahrelang an einem Genom geforscht hatte, das gar nicht für Brustkrebs verantwortlich ist.

Aufgrund einer weiteren veröffentlichten Studie wurde behauptet, dass sich mittels einer bestimmten Blutprobe Eierstockkrebs viel früher als bisher diagnostizieren ließe. Die Medien feierten das als großen Durchbruch. Dies entpuppte sich allerdings als medizinische Ente, die auf einen methodischen Fehler zurückzuführen war. So wurde nicht wirklich das Blut gemessen, sondern die Toleranz der Maschinen, denn das Blut der Frauen mit und ohne Eierstockkrebs in den beiden Gruppen wurde an verschiedenen Tagen untersucht.

Der bekannte Stanford-Professor John Ioannidis hat sich ausführlich mit der Problematik der fehlenden Reproduzierbarkeit befasst. Die Analyse Zehntausender Studien, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Genen und Erkrankungen belegen sollten, ergab, dass gerade mal 1,2 Prozent von ihnen für einen solchen gesprochen haben.

Andere Organisationen wie die „Retraction Watch“, die in Echtzeit Studien verfolgen, und die Cochrane-Gruppe, ein unabhängiges Netzwerk von Forschern, die sich für eine evidenzbasierte Medizin einsetzen, fungieren als „Watchdogs“. Es bräuchte jedoch wesentlich mehr unabhängige Forscher, um diese Kontrollen durchzuführen.  Eigentlich müssten sich auch die Behörden daran beteiligen, aber von dieser Seite ist keine Unterstützung zu erwarten. Der blinde Glaube an die Richtigkeit der vorgelegten Studien ist gerade bei Behördenmitgliedern weitverbreitet. Dazu kommt der Druck der Wirtschaft. Und der lässt sich wohl nicht auf die Schnelle verringern.

Warum ist das so?

Alle Menschen machen Fehler, das ist unvermeidbar. Auch die Forscher, sind davor nicht gefeit. Das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn sich die Fehler im Rahmen hielten und man daraus lernen würde.

Eine bedeutsame Ursache für Fehler ist das Streben nach Erfolg, Anerkennung, Ehre und Geld . Für viele Wissenschaftler, die in der medizinischen Forschung tätig sind, ist deshalb das höchste Ziel der Nobelpreis, denn dieser bringt sowohl Ruhm als auch ein beträchtliches Preisgeld ein. So weit, so legitim. Was aber, wenn diese selbstsüchtigen Bestrebungen unsere Gesundheit gefährden?

Geld als Antrieb

Die meisten Länder haben ihr Budget für die Forschung zurückgeschraubt. Die verminderten staatlichen Fördergelder führen zu einer ungesunden Konkurrenzsituation unter den Wissenschaftlern. Es werden daher nachweislich häufig Daten gefälscht und Studien so lange bearbeitet, bis man Resultate vorweisen kann, mit denen sich die Chancen erhöhen, finanziell vom Staat gefördert zu werden.

Um die reduzierten Förderungsmaßnahmen auszugleichen, springt die Wirtschaft – in unserem Fall die Pharmaindustrie – in die Bresche. Natürlich nicht uneigennützig. Um die Erwartungen der Geldgeber zu erfüllen, liefern die Forscher dann oft die gewünschten Ergebnisse – wenn es sein muss durch Manipulation der Daten. Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird. So war es schon immer. Dass sich die Geldgeber das Recht vorbehalten, Studien nicht zu publizieren, wenn ihnen die Resultate nicht passen, versteht sich fast von selbst. Schätzungsweise werden nur zwei von zehn Studien veröffentlicht.

Und können wir tun?

Immer mehr Menschen misstrauen der Wissenschaft, den Behörden, ganz zu schweigen von den Politikern. Um das Vertrauen in die staatlichen Organe und in die Wirtschaft, insbesondere in die Pharmaindustrie, zurückzugewinnen, müsste das auf Gewinn ausgerichtete neoliberale System von Grund auf verändert werden. Weg von der menschenunwürdigen Ausbeutung durch die Großkonzerne, weg von der wirtschaftlichen Steuerung der Politik und der Behörden, hin zu einer menschengerechten, weniger umsatzorientierten Wirtschaft und damit zwangsläufig auch zu weniger Wohlstand. Hierzu müsste vieles, das heute zugelassen ist, verboten werden. Und das betrifft nicht nur Impfungen.

Damit es dazu kommt, müssten deutlich mehr Menschen das herrschende System infrage stellen und sich von ihm abwenden. Zurzeit gibt es noch zu viele „Schlafschafe“ in der Bevölkerung.

Von Jahr zu Jahr gibt es immer mehr kranke und immer weniger gesunde Menschen. Die Anzahl der an chronischen Erkrankungen leidenden Kinder und Jugendlichen steigt kontinuierlich an. Damit nicht bemerkt wird, dass ungeimpfte Kinder im Vergleich mit Geimpften erheblich seltener krank sind und eine robustere Gesundheit aufweisen, ist die Pharmaindustrie daran interessiert, dass möglichst alle Kinder geimpft werden. Dann wäre der Unterschied nicht mehr so leicht zu erkennen. Bunte, gesunde und nicht geimpfte Hunde in einer Herde grauer, kranker und geimpfter Hunde würden nun einmal auffallen und so manchen Impfbefürworter womöglich am Sinn von Impfungen zweifeln lassen. Das ist einer der Hauptgründe für die massive Propaganda seitens der Impflobby in den letzten Monaten.

Die KiJuGes-Studie – ganz sicher reproduzierbar

Impfkritische Kreise fordern seit Langem einen besseren Umgang mit Studien. Dazu gehört die Veröffentlichung aller mit einer Studie im Zusammenhang stehenden öffentlichkeitsrelevanten Informationen inklusive der Rohdaten. Damit könnte nachvollzogen werden, wie aussagekräftig eine Studie ist, ob beziehungsweise inwieweit eine wirtschaftliche Beeinflussung stattgefunden hat und ob die Rohdaten verfälscht wurden. Das will die Pharmaindustrie natürlich nicht. Ein Schelm, der Böses dabei denkt …

Dem vorigen IMPULS lag ein Schreiben bei, das auf die KiJuGes-Studie hingewiesen hat. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für die vielen Spenden, die wir bekommen haben. Die erste Hürde zu deren Realisierung ist mittlerweile geschafft: Die Ethikkommission erachtet die Studie als ethisch unbedenklich, sie gibt also „grünes Licht“ dafür.

Die KiJuGes-Studie ist mit leichten Anpassungen in jedem Land durchführbar. Und – das ist ganz wichtig – sie wird jederzeit reproduzierbar sein, es sei denn, alle Kinder und Jugendliche bis siebzehn Jahre wären vollständig durchgeimpft. Und das ist des Pudels Kern: Wenn dies so wäre, könnten keine Vergleiche von Ungeimpften mit Geimpften angestellt werden. Damit wäre die KiJuGes-Studie nicht mehr durchzuführen. Die Impfbetreiber hätten ihr Ziel erreicht.

Warum haben die Behörden diese Daten noch nie erhoben, obwohl sie nach den WZW-Kriterien gesetzlich dazu verpflichtet sind? Sie sagen, eine solche Studie wäre unethisch, weil man den Teilnehmern in der Placebogruppe nicht den Schutz durch Impfungen vorenthalten dürfe. Dies ist jedoch eine fadenscheinige Ausrede, denn es ist ja noch überhaupt nicht erwiesen, dass Impfungen vor Krankheiten schützen können. 

Daniel Trappitsch

Artikel erschienen im IMPULS Magazin Nr. 7/17