Mail-Kontakt vom 8.9.2019

Mailkontakt vom 8. September 2019 mit einer Homöopathin, stellvertretend zu anderen ähnlichen Fragen (Auszug und leicht ergänzt).

 

Guten Tag Herr Trappitsch

Ihre Initiative interessiert mich. Auch ich störe mich an der Tatsache, dass ich zwangsweise eine Medizin unterstütze, mit deren Auswüchsen ich ganz und gar nicht einverstanden bin.  Deshalb meine grosse offene Fragen zur Initiative:

[Daniel Trappitsch] grundsätzlich zuerst ein paar Bemerkungen zum Wesen einer Initiative: mit einer Initiative ebnet man lediglich den Weg Veränderungen vorzunehmen, resp. überhaupt vornehmen zu können. Wie dann diese Veränderungen oder Neuerungen umgesetzt werden, das wird nach der Annahme einer Initiative ausgearbeitet. In einem solchen Komitee arbeiten dann die verschiedensten Fachleute aus den verschiedensten Sektoren mit. Natürlich werden da in diesem Komitee auch Menschen sein, welche sehr stark den sozialen Faktor vertreten. Es wird aber auch mitarbeitende geben, welche sehr liberal eingestellt sind und den Menschen wieder in die selbst Verantwortung nehmen möchten. Kurz: die ganze Palette wird vorhanden sein.

Ausserdem werden auch, jetzt bezüglich unserer Initiative, Anbieter von Versicherungen – das können durchaus auch heutige Krankenkassen sein – mitarbeiten. Je nach Modell, kommen auch noch Banken hinzu (Singapur Modell).

Sie sehen also, dass wir mit einer Initiative lediglich die Basis schaffen können, damit Neues entstehen kann. Es steht also noch nicht festgeschrieben, wie eine Initiative umgesetzt werden wird. Dass der soziale Faktor ein wichtiges Anliegen auch von uns ist, möchte ich an dieser Stelle explizit erwähnen.

Uns Initianten ist es aber auch extrem wichtig, dass der einzelne Mensch wieder Selbstverantwortung übernimmt, nicht nur im Bereich der Gesundheit. Denn so kann es auf keinen Fall weitergehen. Es braucht radikale Änderungen, sonst kollabiert der Krankheitsmarkt, was wiederum niemandem wirklich hilft und die Situation sicher nicht verbessert.

Wie wird verhindert, dass finanziell minderbemittelte Personen eine „schlanke“ Versicherungslösung wählen, aus dem alleinigen Grund, dass diese bezahlbar ist.

[Daniel Trappitsch] bezüglich Gesundheit gibt es kaum mehr eine Selbstverantwortung bei den Menschen. Es gibt hauptsächlich nur noch Konsum-Enten. Seit der Einführung des Obligatoriums im Jahre 1996 hat nachweislich die Selbstverantwortung massiv abgenommen. Heute heisst es ja: die Krankenkasse bezahlt dann.

Natürlich ist es mit der Annahme unserer Initiative möglich, dass jemand gar keine Krankenkassen mehr wählt. Aber auch hier ist dies ein Akt der Selbstverantwortung.

Wir werden jedoch darauf achten, dass es auf jeden Fall eine Art „sozialen Aufwandsbehälter“ geben wird. Jedoch wird dann unter Umständen halt nicht mehr der Vollservice gewährleistet werden können, was übrigens auch heute schon der Fall ist, wenn man nur kantonal versichert ist, sondern eine Minimaldeckung.

 Das ist ja bereits beim heutigen System ein grosses Problem. Die Menschen wählen die 2500.- Franchise um überhaupt eine für sie bezahlbare Versicherungsprämie zu haben, aber wegen der grossen erwartbaren Kosten im Krankheitsfall begeben sie sich nicht oder zu spät in medizinische Obhut.

[Daniel Trappitsch] das wird sich auch in Zukunft nicht verhindern lassen. Aber aufgrund dessen, dass es für uns sehr wichtig ist, dass die Prävention, zum Beispiel Fitnessstudio, Ernährungsberatung aber auch Alternativmedizin uem, wesentlich stärker zum Zug kommen kann, bieten wir damit die Möglichkeit an, eine Erkrankung so gut wie möglich zu verhindern. Und dies ist nun einmal möglich, braucht aber teilweise eine Lebensumstellung in eine gesundheitlich fördernde Richtung. Denn mit dem heutigen System kann jeder auf jede erdenkliche Art und Weise krank werden, und wird quasi nicht dafür „zur Kasse“ gebeten. Und dies muss sich ändern, wenn wir wirklich eine 2-Weg Sozialität haben wollen. Denn im Moment ist die soziale Richtung nur von den Gesunden zu den Kranken. Und dies kann es nicht sein. Bei der Autoversicherung gibt es ja schon lange das Bonussystem: fährt man sicher und ohne Unfall geht die Prämie bis auf 30 % zurück. Fährt man das Auto immer wieder an die Wand, geht der Bonus hoch. Bei der Autoversicherung ist mehr Sozialität enthalten, als im heutigen Krankheitswesen.

 Man kann als reiche Person immer an die Selbstverantwortung appellieren, da man sich im Notfall weitestgehend aus eigenen Mitteln die nötige medizinische Versorgung „erkaufen“ kann. Eine Möglichkeit die ärmeren Bevölkerungsschichten nicht offen steht.

[Daniel Trappitsch] Ja, das ist richtig. Deshalb braucht es die Selbstverantwortung bevor man krank ist und nicht erst dann jammern, wenn man krank geworden ist. Denn Rauchen, Alkohol, schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung usw. kann auch bei sogenannten ärmeren Menschen weggelassen werden. Von den positiven Gedanken und Emotionen (gesunde Lebenseinstellung) einmal ganz abgesehen. Denn es gibt ja auch gesunde arme Menschen. Aber es gibt auch Kranke reiche Menschen. Und diese“Musterbeispiele“ sind ideal, um daraus zu lernen.

 Diese Reichen und Superreichen verabschieden sich, noch mehr als es heute schon der Fall ist, aus der sozialen Solidarität. Wie verhindern Sie im Falle der Annahme der Initiative eine weitere Bevorzugung der gutbetuchten Versicherten in unserem Gesundheitssystem. Gibt es z. B. eine Prämienabstufung nach Kaufkraft = Abschaffung der Kopfprämie?

[Daniel Trappitsch] wie oben schon geschrieben, ist die Umsetzung nach der Annahme der Initiative noch völlig offen. Es wird verschiedene Systeme geben (müssen), welche ausgewählt werden können. Durchaus möglich, dass man auch eine solche Kaufkraftanpassung einführen könnte.

Eines muss uns jedoch klar sein, dass die Reichen schon heute sich selbst über die Politik und die Behörden den Weg ebnen, um noch mehr verdienen zu können. Eine solche Kaufkraftabstufung würde vermutlich massiv bekämpft werden und hätte kaum eine Chance. Was unsere Initiative jedoch erreichen kann, ist die Schwächung der Macht der Pharmaindustrie, gleichzeitig eine Stärkung der Alternativmedizin, Prävention und Selbstverantwortung. Denn es wurde auch schon mehrfach eruiert, dass die Pharmaindustrie bezüglich Misstrauen einen der ersten Plätze bei der Bevölkerung einnimmt. Anders ausgedrückt: wir bieten unseren Mitmenschen an, selbst zu entscheiden, ob sie ein System finanzieren wollen oder nicht. Heute ist es ja eine Zwangsfinanzierung, vor allem der Pharmaindustrie. Somit muss ein Umdenken in der Medizin und der Pharmaindustrie, sowie der angegliederten und meistens eben auch quersubventionierten Wissenschaft und Politik stattfinden. Anders ist es gar nicht möglich das System zu ändern.

Die Initiative bekämpft nicht direkt irgendwelche korrupte und unmenschliche Machenschaften, sondern schafft eine andere Grundlage, welche wesentlich schlechter finanziell ausgenutzt werden kann, als dies heute der Fall ist. Denn sicher ist Ihnen auch bekannt, dass das heutige Krankheitswesen als Selbstbedienungsladen gewisser Kräfte angesehen werden muss. Nur so haben wir eine Chance die gesundheitliche Entscheidungsfreiheit zu sichern. Die Machenschaften seitens der Behörden und Politik, speziell auch gegen die Homöopathie, sind Ihnen ja sicherlich auch bekannt. Unsere Initiative stärkt auch die Homöopathie, grundsätzlich die Alternativmedizin, was mir persönlich natürlich auch ein grosses Herzensanliegen ist.

MfG