Liberale Ordnungspolitik im Gesundheitswesen

Es gibt auch funktionierende Krankenkassen-Systeme, unter welchen die Prämienzahler nicht jedes Jahr noch stärker zu leiden haben. Eines davon ist seit rund 35 Jahren in Singapur etabliert. Die Menschen in Singapur sind deswegen nicht kranker als hier bei uns. Die Lebenserwartung liegt gar ein Jahr höher. Was aber ein entscheidender Faktor ist, dass die Gesundheits-kosten halb so hoch sind wie in der Schweiz. Dies mag auf den ersten Blick zweitrangig sein, da die Menschen ja länger leben. Das Krankheitssystem, nicht nur in der Schweiz, neigt sich dem Ende zu, da es kaum mehr bezahlbar ist. 2011 gab Singapur 4.6 Prozent des Bruttoinlandproduktes für das Gesund-heitswesen aus.[1] Die Schweiz gab 2011 10.9 Prozent, Deutschland 11.1 Prozent und die USA gar 17.9 Prozent aus. Das pro Kopf Einkommen ist in Singapur übrigens höher als in der Schweiz. Also am fehlenden Geld in der Bevölkerung kann es sicherlich nicht liegen.

 

Ein weiteres gesundes Gesundheitssystem hat vor rund 15 Jahren Georgien installiert. In diesem System spielen die marktwirtschaftlichen Elemente eine wesentlich größere Rolle als in den meisten anderen Gesundheitssystemen. Singapur und Georgien regeln nur die Gesundheitsversorgung der schwachen Mitglieder der Gesellschaft. In Georgien wurde so ein gesunder Konkurrenz-druck auf die Anbieter übertragen. Ein Aushöhlen des Systems, wie dies in Westeuropa durch die Pharmaindustrie üblich ist, ist mit einem solchen System gar nicht möglich. Denn der Markt reguliert sich selbst.

Beide System haben aber eines gemein: Sie fördern die Selbstverantwortung aller Teilnehmer am Gesundheitsmarkt: die der Anbieter, der Ärzte, der Spitäler aber auch die der Bevölkerung.

Daniel Trappitsch

Auszug aus dem Buch "Medizin - heute und morgen - Auswege aus der Sackgasse Krankheit"

 


[1] Heilung für das Gesundheitswesen", Pierre Bessard, Alfonse Crespo u.a., Edition liberales Institut, Seite 53ff