Goldman-Sachs-Studie für das Pharmakartell zeigt: Gesunde sind schlecht fürs Geschäft

Sie ist in aller Munde: eine Studie, die angeblich von der Investmentbank „Goldman Sachs“ durchgeführt und für die Pharmaindustrie bereitgestellt wurde.

Naturgemäß sind die Nachrichten, die hier von der Investmentbank verbreitet werden, erstens hochinoffiziell und zweitens primär in englischsprachigen Medien nachzulesen. Die deutsche Ausgabe der „Huffington Post“ bringt eine interessante Zusammenfassung unter: huffingtonpost.de/entry/goldman-sachs-bank-investment-gesundheit-studie_de_5acf9309e4b0edca2cb79917

Wie es aussieht, ist diese Studie nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Wie und wo dieser „Marktreport“ an die Medien und damit an die Öffentlichkeit gelangte, wird nicht näher erklärt. Die Webseite von „Goldman Sachs“ erwähnt diesen Report (nach meinen Recherchen) jedenfalls mit keinem einzigen Wort. Eine Stellungnahme dazu konnte ich auch nicht finden.

Damit kann man natürlich die Frage stellen: Wie zuverlässig sind diese Informationen?

Das Nachrichtenmagazin „CNBC“ bespricht diesen Report ebenfalls, es geht sogar in einige Details: „Goldman asks: ‚Is curing patients a sustainable business model?‘“ Damit halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass diese Nachrichten beziehungsweise diese Studie reine Erfindungen sind.

Wenn man sich den Inhalt der Aussagen anschaut, treffen wir auf „alte Bekannte“, was die Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit der Angaben von CNBC und anderer Webseiten signifikant erhöht.

Neue Studie mit alten Aussagen

CNBC zitiert in ihrer Ausgabe die „Analystin“, Salveen Richter, laut Angaben von „Bloomberg“ ein „Vice President, Research Division“ bei „Goldman Sachs“. In der Studie haben Frau Richter und ihre Finanz-Kollegen entdeckt, dass zum Beispiel das Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen „Gilead Sciences“ mit seinen Medikamenten zur Behandlung von Hepatitis C das Verdienst für eine Heilungsrate von mehr als 90 Prozent in Anspruch nehmen darf.

Doch diese guten Nachrichten sind leider keine guten Nachrichten. Denn der Umsatz für diese Medikamente erreichte 2015 einen Spitzenumsatz von 12,5 Milliarden USD. Da die Patienten aber „unglücklicherweise“ geheilt werden, befindet sich der Umsatz seit 2015 im freien Fall. Für 2018 ist ein Umsatz von „nur“ 4 Milliarden USD prognostiziert, ebenfalls ein Ergebnis dieser Studie.

Der Kommentar von Vizepräsidentin Richter dazu: Der Behandlungserfolg der Medikamente ist dafür verantwortlich zu machen, dass der Pool an behandlungsbedürftigen Patienten schrumpft.

Dazu kommt noch eine weitere „negative“ Tatsache: Es gibt weniger Infizierte und damit weniger Überträger der Infektion auf gesunde Zeitgenossen, was den „Nachschub“ an neu Erkrankten bremst und so den Pool weiter schrumpfen lässt.

Bei Krebs, so Frau Richter, sieht die Angelegenheit anscheinend deutlich günstiger aus. Hier gibt es einen stabilen Pool, der von einer Schrumpfung weniger bedroht sein dürfte.

Der letzte Kommentar ist das mehr oder weniger direkte Eingeständnis, dass die Behandlung von Krebserkrankungen heute so herrlich unzuverlässig ist, dass man das Unheil einer Heilung der Patienten nicht zu befürchten braucht. Und das, obwohl Krebs – im Gegensatz zu Hepatitis C – nicht ansteckend ist.

CNBC bat die „Goldman-Sächsin“ um einen Kommentar, wozu diese laut CNBC wohl nicht bereit war. Kein Wunder!

Die Studie enthält aber nicht nur eine Analyse, sondern auch drei  Lösungsvorschläge für die Pharmaindustrie.

Der Einfachheit halber zitiere ich die Übersetzung in der „Huffington Post“:

  1. „Sucht euch große Märkte“ – das heißt Krankheiten, die sich mehr und mehr ausbreiten.
  2. „Schafft Produkte für Krankheiten, die bereits häufig auftreten“ – vorgeschlagen werden vor allem solche, die schlimme und ständige Beschwerden auslösen. 
  3. „Konstante Innovation und Erweiterung des Portfolios“ – es gebe Hunderte von Genkrankheiten, aus denen sich noch Profit schlagen lasse. 

Mit anderen Worten: Medikamente und deren Einsatz sind nur dann sinnvoll, wenn mit ihnen ordentlich Umsatz gemacht werden kann. Und die Basis dafür ist das Leid der Patienten. Denn je schlimmer die Erkrankung, desto besser ist das Geschäft.

Die neue Qualität der Goldman-Sachs-Studie

Inhaltlich sind die Aussagen alles andere als neu. Was daran neu ist, das ist der öffentlich zur Schau getragene Zynismus der Finanzmenschen, die Krankheit und Leid als Geschäftsmodell betrachten und hier und diesbezüglich ihre kompetenten Ratschläge in Form einer Studie an ihre verehrte Kundschaft aus der Pharmabranche verteilen.

Während man auf der Pharmaseite ganz offiziell unter Zuhilfenahme des Chors der Evidenzbasierten das hohe Lied von Heilung, Hilfe, Zuwendung an den Patienten und wissenschaftsbasierter Produktpalette singt, haben sich die Finanzmenschen entschieden, dieses Mal die menschenverachtende Realität ihres Treibens ohne dieses Feigenblatt zu zeigen. Denn deutlicher als in dieser Studie kann man nicht sagen, worum es bei der Herstellung und dem Vertrieb von Arzneimitteln geht beziehungsweise gehen soll.

Unter diesem Gesichtspunkt wird auch klar, warum die Pharmaindustrie versucht, „alternativmedizinische“ Heilmethoden zu verdrängen, von der Politik verbieten zu lassen et cetera.

In diesem Zusammenhang bekommen die Begriffe „Alternativmedizin“ und Naturheilkunde eine ganz neue Bedeutung. Denn das Interesse der Alternativmedizin und der Naturheilkunde, Patienten zu heilen, ist geschäftsschädigend.

Die Begründung hierfür hat die Goldman-Sachs-Studie geliefert. Dies ist auch ein Grund, warum sich die Pharmaindustrie so selten an ihre eigenen Forderungen hält.

Für alternativmedizinische Behandlungsmethoden werden nämlich evidenzbasierte Studien verlangt, doppelblind, randomisiert, placebokontrolliert et cetera, während sich die Pharmaindustrie weitestgehend auf irgendwelche Metaanalysen stützt, um ihre Aussagen zu verifizieren.

Klinische Studien werden zudem so aufgestellt, manipuliert und verzerrt, dass die gewünschten Ergebnisse, die bereits vor Beginn der Studie feststehen, zum schlechten Schluss auch herauskommen.

Hier eine kleine Auswahl an Beiträgen, die ich zu diesem Thema gebracht habe:

 

 

Lästige Konkurrenz? Verbieten!

Und wenn man sich gar nicht mehr zu helfen weiß, dann bittet man die Politiker, die lästige naturheilkundliche Konkurrenz einfach zu verbieten. Das geht schneller, und dann braucht man hierfür auch keine Argumente mehr. Denn es ist einfacher zu sagen „Das ist illegal“, als zu begründen, warum eine Behandlungsmethode oder eine natürliche Substanz mit Heilkräften nicht wirksam oder sogar schädlich ist.

Das Ganze geht so weit, dass ein Verbot für Heilpraktiker gefordert wird, wenn in Jahrzehnten (!) einmal ein Todesfall in einer Heilpraktiker-Praxis bekannt wird, wie im Jahr 2016 bei einem Heilpraktiker in Brüggen-Bracht. Ohne dass die Ergebnisse der Ermittlungen oder gar ein Urteil abgewartet wird, ruft man zum Brandmarken eines ganzen Berufsstandes auf,

Wenn man die Machenschaften der klassischen Medizin zum Anlass für einen solchen Aufruf nehmen würde, dürfte bei gleichem Maß kein einziger Arzt mit einer Zulassung in Deutschland zu finden sein. Manch einer wird dann vielleicht sagen, dass dies kein Verlust wäre, weil es sehr interessante Untersuchungen gibt, die belegen, dass ein Ärztestreik weniger Tote bedeutet.

An dieser Stelle muss ich aber auch – wieder einmal ­­– eine Lanze für die Ärzte brechen, die wirklich an der Heilung ihrer Patienten interessiert sind. Nach meiner Definition sind nur die wirklich Ärzte, die anderen sind „Mediziner“.

Wie dem auch sei: Ich empfinde die Goldman-Sachs-Studie als ein erfrischendes Eingeständnis zu den Vorwürfen der alternativen Medizin, dass Schulmedizin und Pharmaindustrie viel zu oft mehr auf ihren eigenen Vorteil achten als auf den ihrer Kundschaft, der Patienten.

Was muss noch passieren, damit diese Kundschaft endlich aufwacht und sich nicht bereitwillig zur Schlachtbank führen lässt?

Erst werden wir und unsere Gesundheit durch katastrophale Nahrungsmittel von der Lebensmittelindustrie verkauft und wenn unsere Gesundheit dadurch ruiniert ist und wir von medizinischer Seite Hilfe brauchen, müssen wir uns mit einer Medizin zufriedengeben, die in erster Linie den Wohlstand der Pharmaindustrie und von Finanzinvestoren absichert.

In der Schulmedizin und bei der Pharmaindustrie werden Hypothesen blitzschnell als bewährte Dogmen gehandelt. Leuchtende Beispiele hierfür sind die Impfungen, bei denen es bislang keine beziehungsweise kaum vergleichende Untersuchungen mit geimpften und nicht geimpften Probanden gibt.

René Gräber

Artikel erschienen im IMPULS Magazin Nr. 11/18