Eine Reform des Krankenversicherungsgesetzes ist längst überfällig!

Es liegt einiges im Argen, was unser Gesundheitssystem angeht. Schon der Begriff Gesundheitssystem ist irreführend – vielmehr müssten wir von einer Krankheits-Industrie sprechen. Der Gesundheitssektor ist zu einem Multi Milliarden Geschäft mutiert von dem abertausende Arbeitsplätze abhängen und für unsere Volkswirtschaft von existentieller Bedeutung wurde. So sind hier in der Region die meisten Basler stolz auf unsere zwei Pharma-Multis Roche und Novartis, die in der obersten Liga des globalisierten Welthandels für medizinische Produkte mitspielen. 

Aber wie ist es so weit gekommen, dass einzelne Konzerne nur dank dem Leid von kranken Menschen so unsäglich reich wurden während praktisch alle Staaten bis zum Hals in Schulden stecken und die Bürger unter der Last der Krankenkassenprämien fast ersticken? Es ist nicht schwer zu erkennen, dass hier ein Systemfehler vorliegt der uns immer weiter drangsaliert während unsere Politiker und die Pharma-Lobbyisten dieses System als alternativlos bezeichnen und nur leere Versprechungen abgeben, die explodierenden Kosten endlich eindämmen zu wollen.

Wo liegt der Fehler?

Das Prinzip der freien Marktwirtschaft basiert darauf, dass der Kunde frei wählen kann, welches Produkt und welche Dienstleistung er zu welchem Preis beziehen will. Der Anbieter muss also versuchen, seine Produkte immer besser und preiswerter anzubieten, als dies sein Mitbewerber tut. Oder er muss mit anderen Vorzügen wie Service, Garantie u.ä. punkten, um die Kundschaft zu überzeugen. Der Kunde hingegen kann vergleichen, bewerten und frei entscheiden, was eben zu mehr Innovation und dem besten Preis-Leistungsverhältnis führt. Soweit die Theorie!

Im Gesundheitssektor sind die Spielregeln anders

„Dank“ unserem Krankenversicherungsgesetz besteht im Gesundheitssektor absolut keine freie Marktwirtschaft. Als Patient kann ich nur die Kasse wählen, die mir das gesetzlich definierte KVG-Paket anbietet. Um Prämien zu sparen, kann ich ein Hausarztmodell wählen, welches meine Freiheit aber noch weiter einschränkt, selber entscheiden zu können, welche Massnahmen oder Therapien ich für richtig halte. Die Pharma-Multis müssen also nicht um die Gunst der Kunden buhlen, um erfolgreich zu sein. Sie müssen nur das Bundesamt für Gesundheit (BAG) überzeugen, ihr Präparat auf die kassenpflichtige Liste zu setzen und ihr Vertriebsnetzwerk, die Ärzte und Spitäler, mit selektiv ausgewählten und selbst finanzierten Studien überzeugen – und schon rollt der Rubel! Unabhängige Studien vor der Zulassung oder Langzeitstudien danach, um allfällige Gefahren oder Nebenwirkungen zu erkennen sind die seltene Ausnahme.

Unmündiger Patient

Dem Patienten wird jegliche Mündigkeit, selber zu entscheiden, aus Prinzip abgesprochen. Gleichzeitig wird jeglicher Anreiz, mit Bedacht und Vernunft abzuwägen, welche Therapien oder Medikamente Sinn machen, im Keime erstickt. Denn wenn ich schon gezwungen werde, ein völlig überteuertes Versicherungspaket zu bezahlen, dann will ich auch den maximalen Nutzen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, egal ob diese vernünftig erscheinen – so das übliche Denken. Dabei bleibt ein wichtiger Faktor, um vernünftig entscheiden zu können, völlig auf der Strecke: Die Zeit, die ein Arzt seinem Patienten widmen kann um ihn umfangreich über die möglichen Massnahmen aufklären zu können. Seit der Einführung der Fall-Pauschalen hat sich dieser Zustand noch weiter verschärft. So widmet ein leitender Arzt im Spital seinem Patienten nur ca. 5-10 Min. seiner kostbaren Zeit um ihn über die geplanten Massnahmen zu informieren – sogar wenn es um einschneidende Entscheidungen geht die über Leben und Tod entscheiden können. Hier wird gespart, was das Zeug hält. Beim Verschreiben von Medikamenten und Therapien scheint es hingegen keine Grenzen zu geben, was die Kosten explodieren und die Kassen der Pharma-Multis klingeln lässt!

Keine unabhängige Forschung

Das viel grössere Problem hingegen ist die Tatsache, dass praktisch die gesamte medizinische Forschung von Pharma-Multis betrieben wird. Sogar die vordergründig unabhängige Forschung, etwa an den Universitäten, wird mittels Lehrstuhl-Finanzierung der Professoren oder Sponsoring der Unis immer mehr von Konzernen kontrolliert. Welches Interesse sollten Pharmaunternehmen haben, günstige und wirkungsvolle Präparate zu entwickeln, die möglichst wenige Nebenwirkungen erzeugen? Keine – denn das wäre schlecht fürs Geschäft! Gut sind hingegen Präparate, die zwar eine sofortig erkennbare Linderung bewirken, ohne aber dies Ursache nachhaltig zu beheben. „Vertretbare“ Nebenwirkungen sind dabei ein Garant für Umsatzsteigerung bei weiteren Präparaten.

Krebs als Kassenschlager

Nehmen wir als Beispiel die Roche: 2018 machte der Konzern einen Gewinn von CHF 10.9 Milliarden, rund 90% davon alleine mit Krebsmedikamente denn in diesem Sektor ist der Pharma-Gigant absoluter Weltmarktführer. Seit Jahrzehnten wird Krebsforschung betrieben und immer neue Chemo- und Bestrahlungs-Präparate werden patentiert. Schliesslich müssen die Aktionäre bei Laune gehalten werden denn Krebs ist bekanntlich ein lukratives Geschäft. Für eine komplette Therapie, meist Kombinationen aus diversen Chemo- und/oder Bestrahlungsserien über eine längere Zeit, werden schnell einmal CHF 100‘000.- bis CHF 250‘000.- berechnet. Den Patienten wird diese Therapieform als alternativlos propagiert und die Kassen müssen wohl oder übel bezahlen. Wenn nun ein mutiger Patient sich erdreistet, diese Therapie in Frage zu stellen und aus eigener Überzeugung wünscht, eine alternative Therapie in Anspruch zu nehmen die nur ein Bruchteil davon kostet, wird die Kostengutsprache abgewiesen und er muss es aus dem eigenen Sack berappen, obwohl er die viel teurere Therapie über seine KK-Beiträge mitfinanziert!
Zwar kann man die Chemo- und Strahlentherapien nicht als wirkungslos bezeichnen, denn meistens wird der Tumor damit erkennbar eliminiert. Die Rückfallquote bei Krebspatienten ist aber nach wie vor hoch und hat sich kaum verändert. Und da Chemo und Bestrahlung nicht nur den Tumor eliminieren, sondern das Immunsystem gleich mit, sinken die Erfolgsaussichten bei jedem Rückfall rapide. Es wirkt also befremdend, dass keiner hinterfragt, weshalb nach so vielen Jahren und hunderten Millionen an Forschungsgeldern noch immer kein signifikanter Fortschritt erzielt wurde in der Erkenntnis, worum es sich bei Krebs überhaupt handelt. 

Ist der Tumor Ursache oder Symptom? 

Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass der Tumor, der ähnlich hohe Entgiftungseigenschaften wie die Leber hat, eine Abwehrreaktion des Körpers auf die eigentliche Ursache sein könnte, ähnlich wie das Fieber (Symptom) bei einem Grippevirus (Ursache) zuerst heilend wirkt, ab einem gewissen Stadium aber selbst zur Gefahr werden kann. Falls sich diese These bewahrheiten sollte, würde es die gesamte moderne Onkologie auf den Kopf stellen und die Roche würde mit ihrer einseitig gelagerten Ausrichtung auf Krebsmittel wohl vor dem Aus stehen. Verständlich also, dass die Konzernleitung kein Interesse an kritischer Grundlagenforschung hat, die zur existentiellen Gefahr werden könnte!  Wirkliche Grundlagenforschung müsste also von unabhängigen Instituten betrieben werden und wohl über die öffentliche Hand und/oder die Krankenkassen finanziert werden. Auch vergleichende Studien zwischen alternativen Therapieformen und den schulmedizinischen Therapien müssten endlich im Interesse der Volksgesundheit durchgeführt werden!

Dringend benötigte Reform!

Das System muss also von Grund auf reformiert werden. Die einfachste Massnahme, wirkliche Veränderung herbeizuführen, ist dem Kunden (Patient) seine Mündigkeit und Eigenverantwortung wieder zu geben. Jeder Patient soll selber entscheiden können, in welcher Form und in welchem Umfang er sich versichern lassen will. Es soll ein freier Wettbewerb der Krankenversicherungen und der Therapieformen entstehen, die im Wettbewerb untereinander nach den effizientesten, wirkungsvollsten und preiswertesten Modellen suchen, ihren Kunden die maximale Gesundheit zu minimalsten Kosten bieten zu können. Wenn die Kassen nicht gezwungen würden, überteuerte Medikamente zu bezahlen, nur weil Industrie-finanzierte Studien das BAG überzeugt haben, würde der Anreiz entstehen, eigene Forschung zu betreiben und Langzeitstudien zu finanzieren, um somit permanent nach günstigeren und wirkungsvolleren Alternativen zu suchen, um die eigenen Kosten zu senken, was wiederum zu sinkenden Prämien führen würde. Sie könnten Präventivmassnahmen zur Gesundheitserhaltung besser belohnen und innovative neue Modelle entwickeln, um vernünftig handelnde Kunden bei langer Gesundheit von den eingesparten Kosten mitprofitieren zu lassen. Genau an diesem Ansatz setzt die „Gesundheit-Mitbestimmungs Initiative“ an. 

Helfen Sie mit, die ausufernde Krankheits-Industrie in ihre Schranken zu weisen und neue, innovative Wege zu mehr nachhaltiger Gesundheit zu ermöglichen!